Die zuletzt aufgetauchten Amateurvideos, die in erschreckenden Bildern die Katastrophe aus der Sicht betroffener zeigen, haben viel Kritik hervorgerufen. Wie kann jemand in so einer Situation noch mit der Kamera scheinbar unberührt draufhalten, während vor seinen Augen Menschen ertrinken?
Rettungsversuche wären in den allermeisten Fällen wohl sinnlos gewesen, die Kameraleute standen weit weg und hätten wohl eher noch ihr eigenes Leben verloren, als dass ein Sprung ins Wasser jemanden hätte retten können.
Es sind grausame Bilder, dennoch sind es auch wertvolle Dokumente der Geschichte. Es ist auch ein Medienspektakel, wenn man es so nennen möchte.
Ohne Bilder und Berichte aus dem Krisengebiet, würden wir nie verstehen, was dort wirklich passiert ist. Die Amateurvideos helfen zumindest mir sehr, dieses Ereignis überhaupt zu begreifen.
Und gerade die Bilder sind es doch auch, die die Menschen aufrühren und so auch zum Spenden veranlassen. Und das ist gut.
Ich glaube nicht, dass irgendjemand diese Bilder anschaut, um sich am Leid anderer zu ergötzen. Es ist nur die natürliche Neugier des Menschen, die uns auf den Fernseher starren lässt, wenn diese Bilder zu sehen sind.
Und daran ist nichts schlimmes, denn es hilft uns, die Dimension so einer Katastrophe zu begreifen.
