Archiv für Juli, 2009

Gute und schlechte Email-Absendernamen

Montag, Juli 20th, 2009

Ein Thema, das mich schon lange stresst, das jetzt auch endlich mal einen Blogbeitrag verdient hat. Besserung ist nämlich nicht in Sicht, deswegen gebe ich euch hiermit jetzt mal Nachhilfe in Sachen Email-Kommunikation.
Sinnvolle Emailprogramme und Webmailer bieten die Möglichkeit, einen beim Empfänger anzuzeigenden Namen des Absenders zu definieren. Diesen sinnvoll zu nutzen wird leider viel zu oft vernachlässigt.

Für Privatanwender

Ist das Thema nicht ganz so lebenswichtig. Trotzdem ist es ja auch im privaten Bereich sinnvoll, wenn man möchte, dass der Empfänger erkennt, mit wem er es zu tun hat.

Cool: [Vorname Name]
Uncool: [Pseudonym]

Für geschäftliche Emails

Ist es dagegen lebenswichtig, einen aussagekräftigen Absendernamen zu verwenden, der unternehmensweit standardisiert ist. Und der den Firmennamen beinhaltet:

Cool: [Vorname Name] / [Firma]
Oder auch zum Beispiel: [Firma] - [Vorname Name]

Uncool: [Vorname]

Jedes Unternehmen sollte dafür eine klare Konvention entwickeln, die jeder Mitarbeiter kennt und beachtet, und idealerweise schwere körperliche Strafen ausloben für Verstöße.

Systemmails

Nicht zuletzt auch bei automatisch versendeten Mails von Webservices tun sich Welten auf zwischen guten und schlechten Absendernamen.

Vorbildlich: XING
Mist: service@de.schlecker.net
Auch dumm: adwords-noreply@google.com

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AFP mit fragwürdigen Geschäftspraktiken

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Die französische Nachrichtenagentur AFP erregt derzeit Aufmerksamkeit durch Abmahnungen an Webseitenbetreiber, die ihre Inhalte unerlaubt benutzen.

Wir hatten dagegen bis vor einiger Zeit ein Online-Newsportal, für das wir von der AFP deren Content eingekauft haben. Dieses ist mittlerweile eingestellt. Dennoch schwelt noch immer ein Rechtsstreit in diesem Zusammenhang: AFP hatte über den Standard-Newsfeed ein Bild geliefert, für das wir als Betreiber des Newsportals, und vermutlich genauso auch viele andere AFP-Kunden, abgemahnt wurden.

Nun sollte man meinen, AFP muss natürlich dafür gerade stehen. Weit gefehlt. Die Agentur weigert sich vehement, sich vor ihre Kunden zu stellen. Somit wird uns zunächst nichts weiter übrig bleiben, als uns tatsächlich wegen des Bildes verklagen zu lassen, und den Schaden dann an die AFP weiter zu reichen.
Was dabei raus kommt, steht noch in den Sternen.

Davon, dass Nachrichtenagenturen in der heutigen Zeit ihre Kunden binden und gut behandeln müssten, weil ihre Geschäftsmodelle gefährdet sind, ist wenig zu spüren.

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Zum Tod von Michael Jackson aus Sicht des deutschen Steuerrechts

Mittwoch, Juli 1st, 2009

Mein Steuerberater hat den Tod Michael Jacksons mal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. :-)

Als im Jahre 1996 die „Ausländersteuer“ nach § 50 a des Einkommensteuergesetzes von 15 auf 25 Prozent angehoben wurde, sagte Megastar Michael Jackson seine für den Sommer desselben Jahres geplante Deutschland-Tournee endgültig ab. Die drastisch erhöhte Steuer hätte für Jackson und seine aufwändige Bühnenshow zur Folge gehabt, dass er pro Konzert rund 160.000 DM hätte draufzahlen müssen,

so sein damaliger Manager. Die Fans liefen Sturm: Wenn Michael nie mehr nach Deutschland kommt, gibt es eine Massenhysterie, sagte nach Meldungen von Tageszeitungen damals der Sprecher des Deutschen Michael-Jackson-Fanclubs in Kolbermoor.

Veranstalter befürchteten, dass es in Folge der erhöhten Pauschalsteuer zu zahlreichen Konzertabsagen im Inland kommen werde. Live-Auftritte ausländischer Künstler in Deutschland lohnten sich einfach nicht mehr. Die Proteste der Branche zeigten langfristig Wirkung. 2002 wurde in das System der Ausländersteuer zunächst ein Bagatellbereich eingeführt, der den Steuerabzug bei niedrigen Gagen unter 1000 € schrittweise reduzierte. Ein Jahr später wurde der Steuersatz unter Beibehaltung der Bagatellzone von 25 auf 20 Prozent abgesenkt. Seit Anfang 2009 ist er wieder auf den ursprünglichen Satz von 15 Prozent zurückgeführt worden. Beobachter fragen sich, was das ganze Theater eigentlich sollte.

Michael Jackson hatte für die nahe Zukunft wieder eine große Tournee geplant. Dazu wird es jetzt nicht mehr kommen. Er starb am 25.6.2009 um 14:26 Ortszeit in Los Angeles an Herzversagen. Unfreiwillig markieren so die letzten Jahre seines Lebens auch einen Ausschnitt aus dem in vielen Bereichen fragwürdigen deutschen Steuerrecht.

30.06.2009 Karl-Hermann Görs

Karl-Hermann Görs
Rechtsanwalt
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