Zitat des Tages

Howard Stringer, Sony-CEO im manager magazin 01/09 zum Thema Entlassungen von Mitarbeitern in der Wirtschaftskrise:

Als Kapitän eines Schiffes kümmert man sich um Mannschaft und Passagiere. Doch wenn man einen Eisberg gerammt hat, muss man anfangen, sich um das Schiff selbst Sorgen zu machen. Denn ohne das Schiff ist alles bedeutungslos.

Sehr schön formuliert. Allerdings finde ich es nicht ganz passend, dass Sony von einem Eisberg getroffen wird, erst recht nicht nur Sony. Viel mehr handelt sich wohl um eine von US-Geldpolitik und Immobilienblase ausgelöstes finanzielle Atombombenexplosion, die punktuell in den USA ein paar Banken sprengt, aber deren Aschewolke sich wohl leider noch eine Weile in der Atmosphäre halten und das Licht für uns alle verdunkeln wird.

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4 Kommentare zu “Zitat des Tages”

  1. Micha schrieb am Dezember 29th, 2008 um 09:47

    *strike* Besser hätte man das nicht formulieren können!

  2. Da hast Du aber wie viele Laien zwei Dinge übersehen:

    1) Wir befinden uns in einem konjunkturellen Abschwung, sowohl in der Welt als auch in Europa bzw. Deutschland. Die sogenannte Finanzkrise wirkt hier wie ein Katalysator.

    2) Mindestens 50% im Wirtschaftsleben ist Psychologie. Die Panikmache in Presse und Medien hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Abschwung so schnell und tief erfolgt.

    3) Was auf der Verschuldungsseite in Deutschland mal wieder passiert, hat viel grössere Ausmaße, aber das sieht mal wieder keiner. Dabei geht es nicht um Bürgschaften, sondern um tatsächliche Schulden.

  3. Bianca *BB* Jacobi schrieb am Dezember 29th, 2008 um 13:45

    Ralf Grötker fragte im November 2008 kokett: “Auf den Wetterbericht ist mehr verlass als auf Konjunkturprognosen…Wem soll man eigentlich noch glauben?” - Christian Dreger von der DIW kontert: “Es kommt vor allem darauf an das man empirisch belegbare Hypothesen generiert” (am besten für den ganzen Erdball ;))- Aber mal ernsthaft: Am Ende des Tages geht es doch jedem um “ein” Unternehmen. Haben wir uns genug Liquidität bewahrt, lässt unsere UN-Kultur Kriesen zu? Wie flexibel sind wir, wie kreativ können wir agieren? - Oder müssen wir nach unserer Politik “reagieren”? Da finde ich den Eisberg doch eher passend als Denkanstoß herzuhalten. Atompilze und empirische Hypothesen sind für mich eher etwas was in die Geschichtsbücher passt ;) AhOi Kapitän!

  4. …Sony wird nicht getroffen, sondern trifft auf einen Eisberg. Das hat Stringer schon richtig erkannt. Wie viele andere Konzerne hat man auch bei Sony nicht rechtzeitig erkannt, dass es nicht immer nur nach oben gehen kann. Eine Welle hat nun mal zwei Seiten, es geht rauf und runter. Dass er sein eigentliches Kapital, nämlich den Konzern, stärker schützen will als die Mitarbeiter, macht aus Arbeitgebersicht natürlich Sinn. Zu diesem Thema sollte man aber sicher nicht Gewerkschaften oder gewerkschaftsnahe Parteien bzw. Gruppierungen befragen. Die haben das traditionell eher eine “andere” Ansicht ;-)

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