StudiVZ und die echten Namen

Der StudiVZ-”AGB Skandal” hat ja interessanterweise keine Abflachung des Wachstums bewirkt (was auch nicht zu erwarten war, minutenlange Einblendungen des Logos in der Tagesschau und allen anderen Medien zeigen Wirkung), aber doch eine deutliche Veränderung bewirkt: Viele Nutzer haben ihre Namen geändert.
Anfangs war dort so gut wie jeder unter seinem echten Vor- und Nachnamen registriert. Und das war vermutlich ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor, denn damit konnten bestehende Offline-Freundschaften online schnell und einfach nachgebildet werden, indem man eben seine bestehende Freunde dort findet. In früheren Communities dagegen nannten sich alle nur “BeachBoy89″ und “Suessemausi”, unmöglich dort Leute zu finden, die man kennt.

Die AGB-Änderungs-Folgen zeigen, dass StudiVZ-Nutzer im Durchschnitt auch nicht die allerschlausten sind: Obwohl das keinen Sinn macht, haben sehr viele Nutzer ihre Namen geändert. Eine kurze unrepräsentative Stichprobe unter meinen Freunden hat 24 echte Namen gegenüber 20 falschen ergeben. Erstaunliche fast 50% falsche Namen. Das könnte eine ernsthafte Bedrohung für die Aktivität der Community werden: Wenn neu hinzukommende Nutzer ihre bestehenden Offline-Freunde nicht mehr finden, könnte die Attraktivität der Plattform deutlich abnehmen.

Das hat wohl auch das Management erkannt und sich einen kleinen Trick einfallen lassen, den ich soeben zufällig bemerkt habe: Ich habe einen Nutzer gesucht, von dem ich wusste, unter welchem Namen er früher registriert war. Ich habe ihn auch gefunden, obwohl er jetzt einen anderen Namen benutzt.
Das heißt, StudiVZ speichert die alten Namen weiterhin, auch nachdem sie geändert wurden. Schlaue Idee, aber ob das datenschutzrechtlich in Ordnung ist?

Hoffentlich bricht jetzt keine neue Datenschutzpanik aus. :)

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4 Kommentare zu “StudiVZ und die echten Namen”

  1. André (PN Admin) schrieb am Mai 21st, 2008 um 13:40

    hmm, das ist mir vor kurzem auch schon aufgefallen, Datenschutzrechtlich ist es sicherlich nicht in Ordnung, aber ihc bin da kein Anwalt ^^
    Mhm…
    Mein Resumee:
    Dezember 07: ca. 30-90 min / Tag auf StudiVZ
    Mai 08: max. 5 min / Tag auf StudiVZ

    Ich bin nahezu gar nicht mehr online, mein Profil habe ich zunehmend anonymisiert - und seitdem ich keinen Gruppen mehr beitreten kann (ich weigere mich “mein Profil mit meinVZ zu vrrnetzten”) gibt es dort nur noch wenig interessantes.

    StasiVZ hat sich viel kaputt gemacht.

  2. Facebook, StudiVZ und der Datenschutz.

    Ein soziales Netzwerk ist wohl das schlimmste was einem Datenschützer passieren kann. Die beiden großen sozialen Netzwerke Facebook und StudiVZ sprechen vor allem junge Erwachsene an, die sich gerne in Wort, Bild und Film mitteilen und so teilweise v…

  3. Carry schrieb am Juni 10th, 2008 um 14:31

    Wow, das kann so niemals rechtens seien. Ich weiß zwar nicht was die Leute von StudiVZ mit den ganzen gesammelten Daten macht oder machen will, aber das StudioVZ schon von Anfang an schon mit dubiosen Gerüchten aufgefallen war ist ja nichts neues. Die Frage die sich mir stellt wer deckt die restlichen Geheimnisse von StudiVZ auf?

  4. [...] Schon häufiger hatte die Holtzbrinck-Tochterfirma StudiVZ Probleme mit Hackern, denen es gelang Daten aus dem Netzwerk zu fischen (s. golem), wobei es hier seit einem Jahr relativ ruhig geworden ist. Interessanterweise hat sich das Verhalten der User nach den Angriffen kaum geändert. Ein Umdenken hat StudiVZ erst selbst herbeigeführt, als Ende 2007 neue Geschäftsbedingungen eingeführt werden sollten um personalisierte Werbung schalten zu können. Die neuen Geschäftsbedingungen wurden nach großen Protesten zwar entschärft, trotzdem haben seit dem viele User einen komischen Nachgeschmack. Und so nutzen sie anstatt ihres realen Namens wieder Spitznamen oder kürzen zumindest ihren Nachnamen ab. Dieses Verhalten der User führt jedoch dazu, dass sie von Freunden sehr viel schlechter gefunden werden und so der Reiz von StudiVZ etwas verliert. Ein positiver Nebenaspekt, den viele dabei nicht im Auge haben, ist jedoch, dass auch ein Personalchef zum Vorstellungsgespräch sehr viel tiefer suchen muss, um die Saufbilder der letzten Woche zu finden. Einen weiteren Trend hat Markus von mmyNews entdeckt. Einige User scheinen sich, ungeachtet den AGBs, einen zweiten Useraccount mit richtigem Namen anzulegen, um trotzdem gefunden zu werden. Ungeachtet der AGB Vorschrift, dass es pro User nur einen Account geben darf, ist das aber sicherlich nicht die Lösung aller Probleme. Und dass das Ändern des Usernamen überhaupt etwas bringt und Leute trotzdem noch gefunden werden, hat Thomas Promny entdeckt. [...]

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