Verschiedene Leute haben in den letzten Tagen das Thema aufgebracht, dass Youtube angeblich kein Geschäftsmodell hat. Das erinnert mich an die ersten Jahre von Google, als ernsthaft Leute dachte, man müsste eventuell für Google Spenden sammeln, wie sollte man auch sonst mit der Websuche Geld verdienen?
Robert glaubt immerhin an bezahlte Pro-Accounts, andere an Viral Marketing. Beides halte ich eher für weniger wichtig. Besonders der Markt für Viral Marketing ist wohl sehr begrenzt und wird somit keine große Rolle spielen für Youtube.
Hosting und Traffic für eine Plattform wie Youtube wäre vor wenigen Jahren noch ein kaum refinanzierbarer Kostenfaktor gewesen. Aber die Zeiten haben sich geändert, die Preise sind drastisch gefallen, das ist kein ernsthaftes Problem mehr.
Jetzt aber zum richtigen Geschäftsmodell: Angesichts der Tatsache, dass das klassische TV immer mehr Marktanteile verliert, werden sich die Mediaagenturen noch auf YT & Co stürzen. Kurze Werbeclips, direkt, automatisch und nicht vorspulbar vor die eigentlichen Videoinhalte geklebt. Volle Aufmerksamkeit des Rezipienten, im Gegensatz zum Fernsehzuschauer, der in der Werbepause aufs Klo geht. Das wird seinen Preis haben und verdienen, zumal durch das Flash-Format der Clips der Interaktivität auch so gut wie keine Grenzen gesetzt sind. Werbespot für das neue Automodell X -> Sie wollen den Profahren? -> Geben Sie einfach Ihre Email-Adresse oder Telefonnummer hier ein. Einfacher und direkter geht’s nicht.
Das Business steckt natürlich noch in den Kinderschuhen. Youtube ist ja auch noch nicht alt und noch weniger lang so erfolgreich. Und die Agenturen sind träge. Trotzdem ist es nur eine Frage der Zeit.
