Nerviger Mist: Scheinselbstständigkeit

Da das Leben sonst ja auch viel zu schnell viel zu langweilig werden würde, hat man in Deutschland die Bürokratie erfunden. Eine besonders nervigen Teil davon habe ich mir eben mal von meinem Steuerberater erklären lassen und schreibe die Ergebnisse hier mal auf, um sie nicht morgen wieder vergessen zu haben.

Wenn 3 von folgenden 5 Kriterien erfüllt sind, kann eine Person aus scheinselbstständig eingestuft werden:

  • nur 1 Auftraggeber
  • keine eigenen Arbeitnehmer
  • nicht selbst werbend tätig
  • im Betrieb des Auftraggebers eingegliedert
  • macht die selbe Arbeit, die auch durch festangestellte Arbeitnehmer im Betrieb des Auftraggebers erledigt wird

Auch wenn weniger als 3 dieser Punkte zutreffen, kann die Person schon als “arbeitnehmerähnlicher Selbstständiger” eingestuft werden und es müssen dann immerhin Rentenbeiträge entrichtet werden.

Herzlichen Glückwunsch zum deutschen Sozialstaat.

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8 Kommentare zu “Nerviger Mist: Scheinselbstständigkeit”

  1. balder schrieb am April 4th, 2006 um 02:19

    man, gibst du einen stuss von dir. lies doch mal “wirtschaft und gesellschaft” von max weber. das wird dir helfen den begriff bürokratie einzuordnen. bürokratie wurde übrigens “erfunden”, weil es ohne sie zu aufregend und unberechenbar ist!
    die fragen zur selbstständigkeit machen übrigens auch sinn und dass das amt bei weniger als 3 bejaten punkten deine tätigkeit als arbeitnehmerähnliche tätigkeit werten kann, nennt man ermessensspielraum und das ist einfach mal das genaue gegenteil von bürokratie. glaub, du wolltest schreiben, dass es dir in deutschland ein wenig zu unbürokratisch hergeht. fühl dich mal nicht als opfer von unsinnigkeit, nur weil dir ein paar regeln nicht passen.
    “Herzlichen Glückwunsch zum deutschen Sozialstaat.” das hast du hoffentlich ernst gemeint, denn dazu kann man uns wirklich gratulieren.
    ich wette du hast, politisch wie du bist, cdu oder fdp gewählt? es kann nicht anders sein.

  2. Tja, die Sichtweise auf Einrichtungen wie den Sozialstaat hängt eben von der jeweiligen Situation ab. Wenn man sich den ganzen Tag lang die Eier schaukeln kann und dafür Kohle bekommt, mag man ihn. Wenn man mehr als die Hälfte seinen Einkommens an ihn abgibt, kann der schon ziemlich nerven.

  3. Grobekelle schrieb am April 5th, 2006 um 18:22

    Ich kann Promny da nur Recht geben, ein Sozialstaat, der mich zwingt Mio. in Schiffsfonds und Medienfonds zu buttern nur um nicht 40++ % Steuern zu zahlen sollte ab in die Ecke und sich schämen.

  4. Hatten wir afaik in München noch drüber gesprochen. Zum Kotzen diese ganzen Regelungen.

  5. Thomas schrieb am April 14th, 2006 um 01:28

    Jo, deswegen hab ich mich ja noch mal drum gekümmert…

  6. Wo ist das Problem? Wenn er (der -sic- Arbeitnehmer) nicht selbstständig tätig ist, wird er eben eingestellt. Andere machen das seit Jahren und fahren damit auch ganz solide…

    Was am Kündigungsschutz (für kleinere Unternehmen) so erschreckendes sein soll, ist mir bisher noch nicht wirklich aufgegangen. Mehr als 1 Monat musste ich noch nie warten - da sind die Fristen bei diversen Housing-Dienstleistern, usw. IMHO viel abschreckender.

    Ich bin immer noch froh in .de zu wohnen, wo ich mir sicher sein kann, dass eben wirklich keiner auf der Straße schlafen MUSS und bin für diese soziale Sicherheit durchaus bereit einen großen Teil meines Verdienstes abzugeben.

  7. Thomas schrieb am April 21st, 2006 um 00:42

    Das Problem ist ja, dass in vielen Fällen weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer Interesse an einer festen Anstellung haben, dass beide Seiten die Flexibilität schätzen.
    Ich lebe auch sehr gern in Deutschland und bin bereit, dafür einiges an Steuern zu bezahlen. Aber mehr als 50% seines Einkommens an den Staat abzugeben, macht einfach keinen Spaß.
    Außerdem kann man auch zu viel soziale Sicherheit haben. Ein Wirtschaftssystem, in dem sich persönlicher Einsatz nicht lohnt und man auch ganz ohne Arbeit sehr gut leben kann, ist auf Dauer nicht überlebensfähig.

  8. Nochwas: Was bitte hat der Sozialstaat mit den Kriterien der Scheinselbstständigkeit zu tun? Dieser Blog ist absolut ekelig, werde mich sicher nicht wieder dahin verirren!

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