Mercedes muss derzeit Mitarbeiter entlassen, weil das Geschäft wohl nicht so gut läuft. Und warum? Das kann ich euch sagen: Weil das eine der dümmsten Firmen ist, die man sich vorstellen kann.
Es fing damit an, dass ich neulich meinen Wagen zur Durchsicht gebracht habe, die etwa einen halben Tag dauern sollte. Also dachte ich mir, in der Zeit könnte ich mir vielleicht mal einen neuen anschauen und probefahren, den ich mir demnächst irgendwann kaufen würde. Die Neuwagenabteilung ist direkt neben der Werkstatt, also gehe ich rüber und lasse mich beraten. Der Verkäufertyp ist soweit ganz nett und kompetent, auch wenn er einen ziemlich zugekoksten Eindruck macht. Jedenfalls gefällt mir der neue CLK, ich würde ihn gern probefahren. Allerdings nicht wie er da steht mit einem 2l Motor, ich hätte gern die Version mit 3,5l. Dass das eine unüberwindbare Hürde werden würde, hatte ich nicht geahnt.
Der Verkäufer schaut eine Weile in seinem PC, um mir dann zu offenbaren, dass Mercedes in ganz Hamburg keinen CLK für eine Probefahrt anzubieten hat mit mehr als 2,4l Hubraum. Na gut, ich hab’s ja auch nicht so eilig. Ich bitte ihn, dann doch wenigstens für irgendwann in der nächsten oder übernächsten Woche so ein Fahrzeug zu besorgen. Daraufhin sagt er mir allen ernstes: “Nein, tut mir leid, so was machen wir nicht.”
“Wie jetzt, aber ich kauf doch so ein Auto nicht, ohne es probegefahren zu sein.”
“Ja schon klar, aber das geht einfach nicht, wir können es nicht besorgen.”
Lächerlich. Daraufhin bin ich ziemlich entnervt gegangen. Und es kommt noch viel schlimmer. Ich konnte nicht glauben, dass so eine Firma es nicht schafft, mir ein Auto zu verkaufen. Also habe ich am Abend den Online-Konfigurator benutzt, um ein Auto zusammenzustellen, so wie ich es kaufen würde - allerdings erst, wenn ich es probegefahren bin.
Am Ende des Konfigurationsprozesses habe ich meine komplette Postadresse, inklusive Telefonnummer und Email angegeben. Das war am 21.09., also schon vor mehr als 3 Wochen. Hat sich irgendjemand bei mir gemeldet? Natürlich nicht.
Direkt nach dem Absenden des konfigurierten Fahrzeugs mit der Anfrage für eine Testfahrt kam eine Bestätigungsemail, noch mal mit allen Daten des Fahrzeugs. Sehr schön, will ich haben!
Am 6.10., also auch schon wieder vor einer Woche, habe ich - sinnloserweise, das war mir schon klar - noch einmal auf diese Email geantwortet und nachgefragt, ob sie denn kein Interesse haben, mir ein Auto zu verkaufen. Natürlich kam auch darauf keine Reaktion.
Alles in allem eine unglaubliche Geschichte, und doch ist sie wahr. Am Ende muss ich mir wohl ein anderes Auto kaufen. Eigentlich wollte ich das nicht, aber mir bleibt wohl keine Wahl. Mercedes will mir jedenfalls keins verkaufen.
