Archiv für September, 2005

Der Lacher des Tages

Freitag, September 30th, 2005

Ich war gerade bei der Haspa, um einen Scheck einzulösen. Der Mitarbeiterin schien meine Unterschrift irgendwie nicht zu gefallen, also suchte sie sich aus der Kundendatenbank meine dort gespeicherte heraus. Sie hielt den Scheck vor den Monitor, guckte dumm und sagte:
“Komisch, sieht irgendwie genau umgedreht aus, wie machen Sie das denn?”
“Könnte das vielleicht darum liegen, dass Sie den Scheck falschrum halten?”
Sie dreht den Scheck mit der Unterschrift um.
“Ach ja, jetzt sieht’s ja genau richtig aus.”

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Pandora getestet

Donnerstag, September 22nd, 2005

Heute habe ich einen interessanten Artikel bei Spiegel Online gelesen über einen neuartigen Onlineradioservice names Pandora.
Dieser soll anhand einiger vom Nutzer eingegebener Künstler oder Titel mit Hilfe toller künstlicher Intelligenz den Musikstil erkennen und daraus dann ein Radioprogramm mit ähnlichen Künstlern machen.
Zunächst fällt schon mal auf, dass das Ding offenbar nur amerikanische Künstler kennt. Jedenfalls habe ich es testweise mit einigen meiner US-Lieblingsbands gefüttert: NOFX, Pennywise, Billy Talent, System of a Down. Daraufhin kamen einige Stücke dieser Bands und zwischendurch auch einige andere Bands, die schon in diese Richtung gingen, aber mir weder besonders gut gefallen haben noch wirklich stilistisch gut zum Rest passten.
Dann habe ich den Fehler gemacht, die Bloodhoundgang hinzuzufügen. Eigentlich auch Punk, mit gewissen HipHop-Crossover-Einflüssen. Daraufhin hat mir das System ernsthaft nur noch saudummes Gangster-Rap-Gedudel vorgespielt. Lächerliche Vorstellung, komplett unbrauchbar das Ding.

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Am Ende des Öls

Mittwoch, September 14th, 2005

Die maximale Öl-Fördermenge ist erreicht. Schon dieses Jahr oder aber sehr bald. Danach geht’s bergab. Das behauptet jedenfalls Chevron, das jetzt auch mit einer Webseite an den Start geht, die Verbraucher zum sparen ermutigen soll. Klingt ebenso unwahrscheinlich als würde Coca Cola davor warnen, dass ihre eigenen Getränke dick machen und man lieber nicht so viel davon trinken sollte.
Aber nur auf den ersten Blick: Wenn sogar einer die größten Konzerne nun zum Sparen aufrufen, wird auch der letzte Zweifler glauben, dass es mit dem Öl ernsthaft zuende geht. Wovon natürlich die Öl-Industrie profitiert, denn die Preise werden in astronomische Höhen steigen.

Ob die unmittelbar bevorstehende Ölknappheit nun echt ist oder nicht: Das Wahlkampfgemecker durch alle Parteien über die bösen Spekulanten, die die Ölpreise in die Höhe treiben, nervt. Öl ist nun mal ein Rohstoff, der sehr billig zu fördern ist, für den aber auch eine riesige Nachfrage besteht. Also richtet sich der Preis in erster Linie danach, was die Abnehmer des Öls bereit sind zu zahlen. Alles andere wäre Kommunismus.

Auf der anderen Seite führt der steigende Ölpreis aber zu einer sehr erfreulichen Entwicklung: Regenerative Energien, die bisher nur mittels hoher Subventionen genutzt werden konnten, werden plötzlich rentabel. Solarenergie und Windkraft sowie Erdgas-, Hybrid- und Elektrofahrzeuge werden sich durchsetzen. Umso schneller, je schneller der Ölpreis steigt.
Sobald derartige Techniken am Massenmarkt funktionieren, wird auch genügend Geld aus der echten, und nicht der Subventionswirtschaft, für Weiterentwicklungen bereitstehen und die Techniken werden noch schneller weiterentwickelt.
Dieser Prozess braucht auch keine Grüne Partei: Die heutigen Ölkonzerne werden sicher nicht so blind in die Zukunft laufen, dass sie eines Tages plötzlich ohne Öl und ohne Umsatz dastehen. Sie werden sich zu Energiekonzernen wandeln, sie sind schon heute auf dem Weg da hin. Genügend Geld, um diese Entwicklung zu finanzieren, verdienen sie ja momentan und in den nächsten Jahren wohl auch nicht weniger.

Sollte also wirklich der Markt und der technische Fortschritt das Energieproblem lösen? Ich zumindest bin davon überzeugt.

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Neuer Blog-Hostingservice Blog1.de

Freitag, September 9th, 2005

Bei Blog1.de gibt es ab sofort einen neuen Bloghostingservice.

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Fazit zur China-Reise

Montag, September 5th, 2005

Sie hat mir sehr gefallen. Beijing ist schon viel weiter entwickelt und viel westlicher, als ich es mir vorgestellt hatte. Die Leute waren zum größten Teil auch sehr nett, wenn auch die meisten viel zu wenig Englisch gesprochen haben. Besonders im Hinblick auf die zu erwartenden Tourimassen zu den Olympischen Spielen 2008 ein großes Problem.
Auch fast alle anderen westlichen Ausländer, die ich dort getroffen habe, waren sehr begeistert und würden am liebsten dort bleiben. Das hat wohl auch nicht zuletzt damit zu tun, dass westliche Ausländer von den Einheimischen sehr geachtet und mit großem Respekt behandelt werden. Auch vor der Polizei braucht man als Ausländer keinerlei Respekt zeigen. Ob das nur daran liegt, dass die Jungs kein Englisch sprechen und sich deswegen gar nicht trauen, einen anzusprechen, oder ob sie Weisung haben, Ausländer gewähren zu lassen, konnte ich leider nicht rausfinden.
Trotz allem bleibe ich doch aber erstmal ganz gern in Deutschland. Auch weil ich nach diesem Urlaub Errungenschaften wie freie Medien und Demokratie wieder viel mehr zu schätzen weiß. Was wir für selbstverständlich und deswegen manchmal auch unwichtig halten, ist nämlich alles andere als von geringer Bedeutung.
Wirtschaftlich haben die Chinesen schon viel erreicht, das muss man anerkennen. Auch wenn ich noch immer nicht ganz verstanden habe, wie sie das angestellt haben.
Politisch liegt aber noch ein weiter Weg vor ihnen. Bei der momentanen Einstellung der politischen Führung kann ich mir nur sehr vorstellen, dass diese jemals Fehler der Vergangenheit eingestehen wird. Mao ist noch immer der große Held und lächelt einen an fast jeder Straßenecke an, das Tiananmen-Massaker war natürlich nur ein “Zwischenfall”.

Ich bin trotzdem insgesamt sehr begeistert und werde die Entwicklung Chinas in Zukunft noch aufmerksamer verfolgen, als ich es bisher schon getan habe.
Nächstes Jahr werde ich außerdem noch mal Shanghai besuchen, wenn ich hoffentlich die Zeit dafür finde.

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Religion in China

Montag, September 5th, 2005

Gibt es nicht. Sehr sympathisch. Auf dem Flughafen in Beijing habe ich noch einen Franzosen kennengelernt, der auch Shanghai besucht hat und mir seine Fotos gezeigt hat.
Darunter war plötzlich auch eins von einer christlichen Kirche. Sogar eine ziemlich große. Aber das ist hier eine absolute Ausnahme, in Beijing habe ich rein gar nichts gesehen, dass nur irgendwie im Zusammenhang mit Religion stand.
Hier gibt es quasi keine Religion, besonders keine, die sich in die Politik einmischt. Auch wenn das natürlich nicht ganz ohne Zwang entstanden ist, finde ich es doch sehr sympathisch.

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Houhai und Wassermelonensaft

Sonntag, September 4th, 2005

Wassermelonensaft ist das mit Abstand leckerste Getränk für mich. Ich liebe Wassermelonen und frage mich immer wieder, warum in Deutschland niemand auf die Idee kommt, die Dinger auszupressen und den Saft zu verkaufen. Hier in Peking gibt es endlich welchen:

Extrem lecker, auch das Essen. Und die Gegend:

Houhai, ein eher modernes aber dennoch sehr idyllisches Restaurant- und Nachtlebenviertel.

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Mit dem Fahrradtaxi durch Hutongs

Sonntag, September 4th, 2005

Gestern habe ich eine einheimische Bekannte von Lars, Kate, missbraucht. Natürlich nur als Touriführerin. Um die letzte Touriattraktion zu finden, die ich noch sehen wollte, war das aber auch notwendig, eine Chinesisch sprechende Begeleitung zu haben. Es handelt sich um eine, sogar unter Chinesen, ziemlich unbekannte Attraktion, wie sich noch herausstellen sollte.
Mir hatte irgendjemand erzählt, dass es hier in Peking ein riesiges unterirdisches Tunnelsystem gibt, dessen Bau Mao 1969 befohlen hatte, als er einen Krieg mit der Sowjetunion befürchtete. Die Tunnel sollten der Bevölkerung Schutz bieten, sogar vor nuklearen Angriffen, aber vermutlich auch einem eventuellen Guerillakrieg dienen.
Das Tunnelsystem soll einst tausende von Eingängen besessen haben, von denen mittlerweile aber viele geschlossen wurden. Dennoch sind wohl auch viele noch offen, die nur sehr wenige Leute kennen. Für Touris gibt es allerdings nur einen Eingang, in der Nähe des Tiananmen-Platzes. Also traf ich Kate dort. Dann fragten wir einige der Soldaten, die da ja bekanntlich massenhaft rumstehen, nach dem Weg, aber die hatten alle keine Ahnung. Dann gingen wir dazu über, Taxifahrer zu fragen. Auch die hatten von dieser Attraktion noch nie gehört. Langsam zweifelte ich an ihrer Existenz.
Irgendwie kamen wir dann aber plötzlich an 2 Fahrradtaxifahrer, die verstanden hatten, wo wir hin wollen. So kam ich dazu, auch dieses lustige Verkehrsmittel mal auszuprobieren:

Der Weg führte uns durch Hutongs, traditionelle Stadtviertel, mit teilweise sehr engen Gassen. Jetzt wussten wir auch, warum die Taxifahrer den Ort nicht kannten: Man kam dort mit dem Auto gar nicht hin.

Die Fahrt mit dem Fahrrad dauert etwa 15 Minuten, dann waren wir tatsächlich am Eingang der Unterirdischen Stadt angekommen. Frei bewegen konnte man sich leider nicht, wahrscheinlich wär das auch gefährlich, da man sich dort sicher verlaufen könnte. Also hatten wir einen Führer.

Er hat übrigens kein Wort Englisch gesprochen, aber zum Glück hatte ich ja eine Übersetzerin. Er hat, wie üblich für so einen Führer, einen Haufen Daten und Fakten ausgepackt. Zum Beispiel auch, dass es einen Tunnel innerhalb dieses Systems gibt, der zur Großen Mauer führt (mindestens 50 km!) und auch einige in etwa auch so weit entfernte Nachbarstädte. Kaum zu glauben.
Die Wände der Tunnel waren teilweise mit offenbar originalen Postern versehen:

Teilweise aber auch mit dummem Tourikitsch wie diese Schaufensterpuppe mit Uniform:

Von Authentizität halten die Chinesen leider nicht so wirklich viel. Trotzdem eine sehr empfehlenswerte Attraktion, das Tunnelsystem.

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Schöne Gebäude

Freitag, September 2nd, 2005

Auf dem Rückweg vom Tiananmen-Platz hatten wir noch das Vergnügen, auf einer sehr schönen und großen Straße im Stau zu stehen, so dass ich einige hübsche Fotos schießen konnte.

Es gibt ja Leute, die behaupten, die Chinesen würden ihre Städte möglichst schnell mit möglichst hohen Gebäuden zupflastern, ohne Rücksicht auf Stil und Schönheit. Das kann ich allerdings nicht bestätigen. Es gibt hier hässliche Neubauten, aber auch nicht deutlich mehr als anderswo. Sehr viele der neuen Wolkenkratzer sehen auch einfach geil aus.

Zudem schaffen sie es erstaunlich elegant, den uralten traditionellen chinesischen Baustil mit moderner Architektur zu verbinden, wie ich finde, oftmals sehr gelungen:

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Ordnungshüter

Freitag, September 2nd, 2005


Einer der Soldaten, die überall in der Stadt rumstehen, aber besonders viel am Tiananmen-Platz. Seine Hand hebt er gerade, um mir zu sagen, dass er nicht fotografiert werden möchte. Tja, zu spät.
Lustigerweise sehen diese Soldaten wirklich alle gleich aus, und keiner von ihnen wiegt mehr als 40 kg, ziemlich niedlich.

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